Gewerbe - Definition
Ein Gewerbe oder auch ein Gewerbebetrieb ist eine selbständige und auf Nachhaltigkeit angelegte Betätigung mit der Absicht, Gewinn zu erzielen. Mit einem Gewerbe ist ein Unternehmen fester Bestandteil des wirtschaftlichen Handels.

Das Gewerbe etwas genauer definiert

Der Begriff des Gewerbes ist im Bürgerlichen Recht (BGB) fest verankert, weil er ein wesentliches Merkmal des ordnungsgemäßen Handelns darstellt. Ausgenommen vom Begriff des Gewerbes sind lediglich die Tätigkeiten in der Land- und Forstwirtschaft, die freien Berufe sowie die Tätigkeiten, welche den Rahmen einer privaten Vermögensverwaltung übersteigen. Das Gewerbe muss, soll es den gesetzlichen Anforderungen genügen, ganz bestimmte Merkmale innehaben. So muss das Gewerbe unter anderem ein ordnungsgemäß eingerichteter und tätigkeitsführender Betrieb sein, der die Voraussetzungen eines Gewerbes nach § 823 I BGB erfüllt. Der Gewinn aus einem Gewerbe unterliegt der Einkommenssteuer und dem Gewerbesteuerrecht.

Der Gewerbetrieb im Zusammenhang mit dem Einkommens- und Gewerbesteuerrecht

Ursächlich muss das Gewerbe also mit der Absicht geführt werden, Einkünfte zu erzielen. Einer gewerblichen Tätigkeit gehen somit unter anderem OHG, KG und weitere Personengesellschaften nach. Dazu gesellen sich selbstverständlich auch alle Kapitalgesellschaften, weil diese ebenfalls im eigentlichen Sinne ein Gewerbebetrieb sind. Wird das Gewerbe im Unterschied nur betrieben, um Steuern zu sparen, handelt es sich um keinen Gewerbebetrieb.

Verschiedene Arten vom Gewerbebetrieb im Überblick

Es gibt insgesamt vier Arten des Gewerbes. Die erste Variante vom Gewerbebetrieb ist die, bei der mittels gewerblicher Tätigkeit ein sogenanntes Einzelgewerbe betrieben wird. Die zweite Variante des Gewerbetriebs umfasst die Unternehmen, welche als Personengesellschaften fungieren. Ebenfalls zu den vier Varianten gehören die Kapitalgesellschaften und als vierte Variante sind die weiteren juristischen Personen des Privatrechts und die Vereine zu nennen. Bei Vorliegen eines Gewerbebetriebs unterliegt der Gewinn der Gewerbesteuer. Eine Eintragung in das Handelsregister erfolgt auch bei einem Gewerbe nur dann, wenn es sich um Kapitalgesellschaften handelt.

Gewerbe an einem Beispiel erklärt
Nadine plant die Anmeldung eines Gewerbes und sie weiß auch schon den Namen und die Gesellschaftsform des Unternehmens. Die neu gegründete Firma soll als Kapitalgesellschaft fungieren und unter dem Namen Power Homeworld GmbH schon bald hohe Gewinne erzielen. Bevor Nadine den Geschäftsbetrieb aufnehmen kann, muss sie zu ihrem zuständigen Gewerbeamt gehen und dort alle notwendigen Unterlagen vorlegen. Vorher macht sich Nadine noch einmal genau Gedanken, ob es sich auch wirklich um einen Gewerbebetrieb handelt, denn die sogenannten Freien Berufe müssen kein Gewerbe anmelden und unterliegen damit auch nicht der Gewerbesteuer. Dies kann für ein Unternehmen einen wichtigen Standortvorteil darstellen, daher lohnt sich der Blick auf den Unternehmensgegenstand auf jeden Fall. Das Gewerbeamt prüft die von Nadine eingereichten Unterlagen sowie die Angaben genau, denn danach richten sich die Kosten für die Eintragung des Gewerbes beim Gewerbeamt sowie auch die weiteren Meldungen, die mit dem Antrag beim Gewerbeamt verbunden sind. So reicht das Gewerbeamt die Unterlagen nach der Prüfung an das Finanzamt weiter, damit dieses das Unternehmen dann als zur Zahlung der Gewerbesteuer verpflichtetes Unternehmen aufnehmen kann. Es ist Nadine selbstverständlich möglich, das Gewerbe beim Gewerbeamt wieder abzumelden, zum Beispiel wenn die Geschäftstätigkeit erlischt oder das Unternehmen von einer Kapitalgesellschaft in einen sogenannten freien Beruf überführt werden soll.